top of page

Eine coronatechnisch weitgehend arbeitslose Astrologin

Aktualisiert: 16. Dez. 2023

|Erstveröffentlichung März ´20| Eine arbeitslose Astrologin und Fotografin nutzt die Zeit für Nachforschungen und fragt live vor Ort nach: Wie kommunizieren die Götter?


Fotos & Montage: Elisabeth Wiesner

Wer heute bei einem Rennen siegen will, zeigt etwas vom archetypischen Willen zum Sieg – beschrieben in tausenden von Erzählungen, Märchen und Mythen. Wer sich heute schick macht, steht unbedingt in Verbindung mit dem Schönheitsbedürfnis aller Zeitalter, mit der Göttin Venus, der Schönheit Schneewittchens und Erzählungen unserer Großmütter, wenn sie sich selbst für einen Ball schöngemacht haben. Unser Menschsein hat seinen Ursprung in archetypisch menschlichen Bedürfnissen und Verhaltensweisen. Ich möchte herausfinden, welche Archetypen bei unserer Art, miteinander zu kommunizieren, mitwirken. Da wir in früheren Zeiten den Archetypen jeweils Götter zugeordnet haben, werde ich die Untersuchung mithilfe von Jupiter (Vollgott) und Merkur (Halbgott) anstellen. Sie haben sich auch gern bereiterklärt, hier mitzuwirken – sind sie doch seit längerem nicht mehr wirklich beachtet worden, haben aber ihr Geltungsbedürfnis mitnichten verloren.


Jupiters Reich ist das Reich der Meinung, der Überzeugung, der Schlussfolgerungen und Erkenntnis. Ja, er wohnt immer noch in jeder und jedem von uns. Am Geburtshoroskop erkennt man ein wenig, wie groß sein Götter-Reich in der einzelnen Person ausgebaut wurde. In jedem Fall verhilft er dazu, eine eigene Meinung zu haben. Und das ist wichtig, enorm wichtig. Wären wir doch nicht in der Lage, morgens aufzustehen, wenn wir nicht der Überzeugung wären, dass der neue Tag etwas für uns bereithielte. Jupiter ist ein unverzichtbarer Helfer für das Gelingen unseres Lebens. Wir trauen uns etwas zu, wenn Jupiter in uns aktiv ist. Würden wir nicht selbst der Meinung sein, dass wir etwas schaffen können, wären wir lebenslang willfährige Handlanger anderer.

Mithilfe Jupiters bauen wir lebenslang an unserem Selbstbild. Ist Jupiter sehr aktiv, sind wir selbstbewusst und erfolgreich. Dem Zuversichtlichen gehört die Welt! In der Fülle der Möglichkeiten, die so ein Leben auf einem Planeten Erde bietet, können wir mit unseren Jupiter-Genen Entscheidungen treffen, weil wir den einen Weg für besser halten als den anderen. Und unsere Jupiter-Gene helfen selbst dann weiter, wenn wir den falschen Weg eingeschlagen haben, da wir uns zutrauen, wieder einen neuen, richtigeren Weg zu finden.


Jupiter ist der Herrscher des olympischen Götterreiches gewesen. Klar, dass er neben sich auf dem Thron keinen anderen geduldet hat. Im Zusammenleben verschiedener Menschen haben wir jetzt das Problem, dass jeder Mensch seinen eigenen Jupiter hat. Der andere Mensch hat aber von vornherein andere Erfahrungen gemacht, andere Menschen kennengelernt, andere Wege beschritten. Der Jupiter in jede*r von uns flüstert also eine*r jeden von uns ins Ohr: „So ist die Welt richtig! So geht es!“.

Jupiter hat viele Blitze verschleudert und mittels vieler Donner die Welten erschüttert. Er ist kein Weichei, kein Zauderer, kein Pazifist. Und: Er steckt heute noch nicht nur hinter jedem selbstbewussten Menschen, sondern auch hinter jedem Krieg. Denn alle Kriege sind Glaubenskriege. Ich habe Recht mit meiner Weltsicht – nein ich – nein ich …

Ein Dilemma. Es ist so wichtig, eine eigene Meinung und seine ureigene Sicht auf die Welt zu haben. Und dann kommt sowas dabei raus!!!! Pazifisten wollen Jupiter abschaffen. Kriegsherren (ja, meistens schon noch die Herren) fordern mehr Jupiter. Unseren Kindern versuchen wir Jupiter mitzugeben, damit sie ein gutes, erfolgreiches Leben haben. Und der Facebook-Freund bezeichnet alle anderen mal kurz als „Idioten“, wenn sie anderer Meinung sind und fordert den Blitzunddonner des Jupiter gegenüber heraus.


Ein Dilemma also. Unrettbar verloren in Jupiters unverzichtbaren Armen?

Jupiter herrscht über das Sternzeichen Schütze. Ich habe untersucht, was es mit der Verbindung jeweils zweier gegenüberliegender Sternzeichen auf sich hat. Gegenüber Schütze im Tierkreis liegt das Zeichen Zwillinge. Und über die Zwillinge herrscht Merkur.

Aufgrund seiner hälftigen Abstammung von einem Gott, war er kein normales Kind. Bereits am ersten Tag nach seiner Geburt begann er, munter die Welt zu erforschen. Er war frei von jeglicher Überzeugung und wollte einfach alles nur ganz genau wissen. Genau mit dieser Eigenschaft von Merkur und dem Sternzeichen Zwillinge, Fragen zu stellen, zu erforschen, wissenwollen, begegnen wir einem zu großen Jupiter erfolgreich.


Statt uns unsere Meinungen um die Ohren zu hauen, bitten wir den wissbegierigen Merkur in uns, die Regie zu übernehmen und fragen: Warum sagst Du das? Wie meinst Du das? Und lassen Merkur weiter Regie führen, wenn wir unsere Erfahrungen schildern, statt die Schlussfolgerungen unseres Jupiter zu präsentieren.


Das hat zwei Effekte: Erstens erschüttern wir das Weltbild unseres Gegenüber auf sanftere Weise. Wir haben nämlich nicht Blitzunddonner unseres Jupiter ausgepackt. Merkur ist nicht furchteinflößend, sondern eher schlank, wendig, hat ein offenes Gesicht und blickt das Gegenüber interessiert an. Ein echter Meinungsaustausch könnte so beginnen.

Da ist aber noch der zweite Effekt, der dem ganzen behindernd entgegenstehen könnte. Unser eigenes Selbstbild wird in diesem Moment ungeschützt einer Überprüfung unterzogen. Ich halte mich nicht an meiner Meinung fest, sondern lege diese auf den Tisch in die Mitte und bitte mein Gegenüber, seine Erfahrung zuzufügen. Kann sein, unser Selbstbild bleibt dasselbe. Kann aber auch sein, ich muss sagen: Du hast recht (wenigstens in Teilen, unter Umständen, ein wenig …), das habe ich so noch gar nicht gesehen …. aus Deiner Perspektive betrachtet …. Da wir Menschen sind und keine Götter, empfinden wir an diesem Punkt … Schmerz.


Es ist also oft für uns einfacher und zunächst weniger schmerzlich, Jupiter zu folgen. Wir bedienen uns seiner Blitzdonner-Fähigkeiten und wer dann lauter donnert, siegt … vielleicht.

Die Schmerzen folgen später. Verhärtete Fronten sorgen dafür, das unsere Ideen sich nicht durchsetzen lassen, weil wir mit Jupiter viel Widerstand im Außen provoziert haben.

Jupiter und Merkur arbeiten nicht reibungslos und einvernehmlich zusammen. Aber der kleine Merkur hat Jupiter doch seine gesamte Rinderherde damals geklaut. Wir sollten dem kleinen Kerlchen in uns manchmal mehr zutrauen. Nicht alles ist mit Blitz und Donner zu regeln.


Wer jetzt Lust bekommt, sich ein wenig mehr mit den inneren Göttern zu unterhalten: Mein Buch „Balance finden mit astrologische Archetypen“ ist erhältlich bei mir und bei astronova.de

12 Ansichten

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen

Frieden auf Erden

bottom of page